Die Schiffelbacher Feuerwehr in einem Festzug um 1950

1930 gründeten verantwortliche Bürger der Gemeinde Schiffelbach die Freiwillige Feuerwehr Schiffelbach. Sie lösten dadurch die bestehende Pflichtfeuerwehr ab. Der erste Ortsbrandmeister war Heinrich Wetzler. Er übte das Amt bis 1940 aus, dann wurde er als Soldat eingezogen. In den Kriegsjahren 1940– 1945 war Friedrich Obermann Ortsbrandmeister. Von 1945–1949 gab es keinen Ortsbrandmeister. Den Brandschutz, der durch vielfältige Anschaffungen ständig verbessert wurde, gewährleistete jedoch die Feuerwehr in Schiffelbach weiter. 1949 wurde Heinrich Schmidt neuer Ortsbrandmeister. Seine Amtszeit endete 1954. Danach führte Heinrich Wetzler die Wehr bis 1968. Während seiner Amtszeit wurde ein TSA (Tragkraftspritzenanhänger, 1955) angeschafft, der die alte Handpumpe ablöste. 1968 wurde Josef Brauner neuer Ortsbrandmeister; seine Amtszeit endete 1972. In diesem Jahr übernahm Hans Hermann Range das Amt, das er bis 1983 inne hatte. Während seiner Amtsperiode wurde in 1973/1974 das Feuerwehrgerätehaus mit angeschlossenem Dorfgemeinschaftshaus errichtet.

Feierliche Übergabe der Tragkraftspritze TSF 8/8: Die „Offiziellen“ v.l.n.r.: Gerhard Schmidt, Erwin Neubauer, Kurt Opper, Heinrich Wilhelm, Stadtrat Frank, Stadtrat Heinrich Grosch, Bürgermeister Teiner, Ortsbrandmeister Hans-Hermann Range.
Feierliche Übergabe der Tragkraftspritze TSF 8/8: Die „Offiziellen“ v.l.n.r.: Gerhard Schmidt, Erwin Neubauer, Kurt Opper, Heinrich Wilhelm,
Stadtrat Frank, Stadtrat Heinrich Grosch, Bürgermeister Teiner, Ortsbrandmeister Hans-Hermann Range.
Feuerwehrfest 1980 im Festzelt

1974 führte man die erste Karnevalsveranstaltung durch, 1975 wurde das erste TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) angeschafft. 1977 nahm man mit einer Gruppe erstmals an den Feuerwehrleistungswettkämpfen im Kreis Waldeck-Frankenberg teil und belegte einen guten Platz im Mittelfeld. Mitte der 1970er Jahre wurde die persönliche Schutzkleidung wesentlich verbessert – statt Blaumann trug man jetzt orangefarbene Schutzanzüge.

Gerhard Schmidt wurde in 1983 neuer Wehrführer (früher Ortsbrandmeister). Seine Amtszeit endete nach 20 Jahren in 2003. In dieser Zeit wurde eine Standarte angeschafft. 1993 wurde das TSF durch ein TSF-W ersetzt. Die Schutzkleidung wurde wieder verbessert. Von den orangen Schutzanzügen stieg man auf moderne Nomex-Schutzanzüge um.

Seit 2003 war Günther Range Wehrführer. Seine Amtszeit endete 2012. In diese Zeit fallen starke Bemühungen, die Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten. Sinkende Einwohnerzahlen und eine Überalterung der Dorfbewohner machten es immer schwieriger, die Einsatztruppe aufrecht zu erhalten. Bis 2010 war der Ortsbrandmeister bzw. Wehrführer gleichzeitig Vereinsvorsitzender. Seitdem gibt es eine Ämtertrennung, Vereinsvorsitzender ist nun Heinz Wilhelm Trümner.

Landessieger 1986, obere Reihe v.1.n.r.: Gerhard Schmidt, Heinz Grosch, Erwin Neubauer, Wilfried Balzer-Wilhelm, Kurt Opper. Untere Reihe v.1.n.r.: Heinrich Wilhelm, Günther Range, Heinz Otto, Hans-Heinrich Wetzler.
Landessieger 1986, obere Reihe v.1.n.r.: Gerhard Schmidt, Heinz Grosch, Erwin Neubauer, Wilfried Balzer-Wilhelm, Kurt Opper.
Untere Reihe v.1.n.r.: Heinrich Wilhelm, Günther Range, Heinz Otto, Hans-Heinrich Wetzler.
Das alte Spritzenhaus in der Heimbacher Straße (Mitte der 1960er Jahre)
Das alte Spritzenhaus in der Heimbacher Straße (Mitte der 1960er Jahre)

In allen Jahren zeigte die Truppe bei Einsätzen in Schiffelbach und in den Nachbarorten ihr Können. Neben Übungen, die zur Verbesserung des Leistungsstandards dienten, nahm man seit 1977 an Kreisleistungswettbewerben teil. In den Jahren bis 2011 gelangen neben sehr vielen guten Platzierungen insgesamt neun Kreismeistertitel, sechs Bezirksmeistertitel und vier Hessenmeistertitel. Ebenso wurden viele Pokalwettkämpfe von befreundeten Wehren mit sehr großen Erfolgt besucht – Zeugnis tragen die vollen Pokalschränke im Dorfgemeinschaftshaus.

Um solche Leistungen zu erreichen, ist neben der Bereitschaft der Einsatzkräfte viel Freizeit zu opfern, ein guter Ausbilder nötig. Stellvertretend sei hier Gerhard Schmidt genannt, in dessen Amtszeit die größten Erfolge der Freiwillgen Feuerwehr Schiffelbach gefallen sind. Zu erwähnen ist an dieser Stelle auch, dass sich der Feuerwehrverein durch seine langen Amtszeiten seiner Vorstandsmitglieder auszeichnet. So sind z. B. Heinrich Wilhelm und Heinz Grosch seit über 40 Jahren im Vorstand tätig.

Landessieger 2001, hintere Reihe v.l.n.r.: Heinrich Wilhelm, Sven Pohler, Stefan Range, Torsten Grosch, Landrat Helmut Eichenlaub, Vors. Kreisfeuerwehrverband Manfred Trost, Bürgermeister Rainer Opper, Stadtbrandinspektor Wilfried Golde, Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick. Vordere Reihe v.1.n.r.: Regina Schneider, Günther Range, Nicole Wilhelm (verh. Wagner), Sylvia Schäfer (verh. Trust), Petra Range (verh. Biek), Gerhard Schmidt.
Landessieger 2001, hintere Reihe v.l.n.r.: Heinrich Wilhelm, Sven Pohler, Stefan Range, Torsten Grosch, Landrat Helmut Eichenlaub, Vors. Kreisfeuerwehrverband Manfred Trost, Bürgermeister Rainer Opper, Stadtbrandinspektor Wilfried Golde, Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick.
Vordere Reihe v.l.n.r.: Regina Schneider, Günther Range, Nicole Wilhelm (verh. Wagner), Sylvia Schäfer (verh. Trust), Petra Range (verh. Biek), Gerhard Schmidt.

Die seit 1974 veranstalteten Karnevalsfeiern werden bis heute von der Feuerwehr ausgerichtet. Besonders stolz ist man darauf, dass die Bühnenauftritte und die Bewirtung immer von Schiffelbacher Einwohnern bewerkstelligt wurden.

Seit 1983 wurde alle zwei Jahre eine Vereinsfahrt durchgeführt. Ziele waren u. a. die Schokoladenfabrik Stollwerk in Köln, die Tropfsteinhöhle Attendorn, das Besucherbergwerk Merkers oder die Opel-Werke in Rüsselsheim. Bei immer guter und oftmals gespendeter Verpflegung wurden viele schöne Stunden verbracht. Beginnend mit dem 50-jährigen Jubiläum wurden im Abstand von fünf Jahren die Vereinsjubiläen begangen. Jedes Mal waren viele Gäste den Einladungen gefolgt.

Jugendfeuerwehr Schiffelbach

Die Jugendfeuerwehr Schiffelbach wurde im Jahr 1981 gegründet. Das Amt des Jugendwartes übernahm Heinrich Wilhelm zusammen mit seinem Stellvertreter Peter Keim. Heinrich Wilhelm leitete die Jugendfeuerwehr über zehn Jahre, wobei er von verschiedenen Stellvertretern unterstützt wurde. Peter Keim legte sein Amt 1984 nieder und Martina Hammer trat in seine Fußstapfen. 1988 bis 1992 hielt Heinrich Wilhelm die Übungsstunden dann gemeinsam mit seinem Stellvertreter-Team bestehend aus Sabine Brauner, Gisela Schäfer und Bernd Kohl ab. 1993 gab der langjährige Jugendwart sein Zepter an Thorsten Grosch und dessen Stellvertreterin Birgit Neubauer weiter. Diese wurde 1995 von Petra Range und Monika Balzer-Wilhelm abgelöst, Thorsten Grosch blieb Jugendwart. Seit 1998 ist die Jugendfeuerwehr Schiffelbach ganz in weiblichen Händen: Petra Range betreute gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Sylvia Schäfer die 15 aktiven Jugendlichen. Später wurde Petra Range von Sarah Schäfer abgelöst.

Die Jugendfeuerwehr Schiffelbach nahm über die Jahre hinweg konstant an Pokalwettkämpfen und am Kreisentscheid teil. Außerdem wurde regelmäßig das Zeltlager aller Jugendfeuerwehren des Landkreises Waldeck- Frankenberg besucht. Dafür wurde dann 1989 ein Großzelt angeschafft. Ein besonderer Erfolg war 1990 die Qualifikation der Mädchengruppe für den Landesentscheid, bei dem dann unter 19 Gruppen ein 7. Platz erreicht wurde.

Am 14. Juni 1992 wurde im Rahmen eines Pokalwettkampfes anlässlich des 10-jährigen Bestehens Heinrich Wilhelm mit der Floriansmedaille der Jugendfeuerwehr in Silber ausgezeichnet. Im Jahre 2000 ging endlich ein großer Wunsch in Erfüllung: die Jugendfeuerwehr bekam einen eigenen Übungsraum, in dem der Theorieunterricht und die Winterarbeit abgehalten werden konnten. In der Winterarbeit wurde gespielt, gebastelt, gebacken, aber auch die feuerwehrtechnische Ausbildung kam natürlich nicht zu kurz. Es standen immer wieder Unternehmungen wie Fahrradtouren, Schwimmen, Schlittschuhlaufen oder ein Besuch im Freizeitpark auf dem Programm. Außerdem machten sich die Kinder und Jugendlichen neben ihrem feuerwehrtechnischen Einsatz auch für ihre Umwelt stark, in dem sie Müll sammelten oder den Förster bei seiner Arbeit unterstützten. Seit 2010 ruht die Jugendfeuerwehr, weil die Mitgliederzahlen bis auf zwei Jugendliche zurückgegangen waren.

Die Jugendfeuerwehr Ende der 1980er Jahre. V.l.n.r.: Nicole Wilhelm, Nina Schmidt, Katrin Wetzler, Daniela Wilhelm, Sarah Schäfer, Corinna Kohl, Silvia Engelbrecht, Yvonne Hübner, Tanja Hübner
Die Jugendfeuerwehr Ende der 1980er Jahre. V.l.n.r.: Nicole Wilhelm, Nina Schmidt, Katrin Wetzler, Daniela Wilhelm, Sarah Schäfer,
Corinna Kohl, Silvia Engelbrecht, Yvonne Hübner, Tanja Hübner